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Mallorquinische Küche

Die mallorquinische Küche ist ursprünglich eine deftige Bauern- und Fischerküche. Nicht umsonst ist eine der wichtigsten Angelegenheiten des Jahres die matança, das Schlachtfest, zu dem Freunde, Nachbarn und Verwandte eingeladen werden. Auch heute noch mästen viele Mallorquiner übers Jahr ein Schwein.

Und sie essen viel Gemüse und Salat – Tomaten, Paprika, viel Grünes und alle nur möglichen Bohnenarten. In die traditionellen Gerichte der Insel gehört häufig Weiß- oder Grünkohl. Vegetarier kommen auf Mallorca auf ihre Kosten, denn etliche Gemüsegerichte werden von vornherein ohne Fleisch zubereitet, so etwa tumbet.

Die mallorquinische Küche richtet sich nach den Jahreszeiten: Im Sommer gibt es viele Grillgerichte – sowohl mit Fisch als auch mit Fleisch – mit Salaten und kurz gedünstetem Gemüse; im Winter herrschen Eintöpfe vor, die deftig, kräftig und kalorienreich sind.

Spezialitäten

Fisch und Meeresfrüchte sind schon allein der hohen Preise wegen Feiertagen und besonderen Gelegenheiten vorbehalten. Nur ein kleiner Teil des Angebots stammt aus mallorquinischen Gewässern, das meiste wird aus Nordspanien eingeflogen.

Auch wenn die Paella ursprünglich aus Valencia stammt, ist sie inzwischen fester Bestandteil des mallorquinischen Speisezettels. Das gilt auch für andere Reisgerichte, die dann als besonders köstlich gelten, wenn sie mit dem Reis aus der Albufera im Norden der Insel zubereitet werden. Diese Reisgerichte haben allerdings ihren Preis.

Gourmet-Küche von internationalem Zuschnitt hat in den letzten Jahren auf Mallorca Einzug gehalten. Das ist ein direkter Einfluss der ausländischen Residenten. Sieben Restaurants (in Palma, Cala Rajada, Sóller, Deià, Santa María und Portals Nous) sind stolz auf ihre Michelin-Sterne.

Tapas

Als Mallorcas Nationalgericht darf man pa amb óli – Brot mit Öl – bezeichnen, dunkles geröstetes Brot, das mit einer frisch aufgeschnittenen Tomate und Knoblauch bestrichen und mit Olivenöl beträufelt wird. Viele Mallorquiner lassen dafür die feinste Nouvelle Cuisine stehen.

Tapas verbindet fast jeder mit der spanischen Küche, doch es gibt regionale Unterschiede, etwa zwischen baskischen und andalusischen. Typisch mallorquinische Tapas gibt es nicht. Eine Tapas-Bar bietet bis zu 20 (kalte und heiße) Sorten: eingelegte Sardinen, ensaladilla (eine Art Kartoffelsalat), gefüllte Muscheln, Fleischbällchen …

Wein

Mallorquinische Weine haben im letzten Jahrzehnt so richtig Furore gemacht, dank junger, dynamischer Enologen und Winzer, von denen viele in Frankreich und Italien gelernt haben. Die Hauptanbaugebiete liegen um Binissalem, Petra und Porreres. Viele mallorquinische Weine tragen internationale Auszeichnungen. 80 % der Mallorca-Weine sind rot, die anderen weiß oder rosé.

Kaffeehäuser

Die Palette der Kaffeespezialitäten in den Kaffeehäusern reicht vom einfachen Espresso bis zum Kaffee mit Eiswürfeln oder einem Schuss Schnaps. In Palma sind die schönsten und ältesten Kaffeehäuser auch touristische Attraktionen. Bei der Touristeninformation gibt es ein Faltblatt dazu.

Preise

Gut essen ist auf Mallorca längst nicht mehr billig. Wirkliche Feinschmeckerrestaurants nehmen 80 bis 120 € für ein mehrgängiges Menü. Viele Lokale bieten – vor allem mittags – ein menú del día (Tagesmenü), das schmeckt und bei einem Preis von 6 bis 8 € erschwinglich ist.

So gut wie alle Restaurants akzeptieren die gängigen Kreditkarten. In Cafeterías oder Bars zahlt man in der Regel bar. Rechnungen gibt es nur für den ganzen Tisch – es ist unüblich, dass jeder für sich bezahlt. Wer dennoch Einzelrechnungen wünscht, muss dies dem Kellner bei der Bestellung mitteilen. Einfacher ist, die Rechnung gemeinsam zu ordern und später zu teilen.

Restaurantkultur

In Spanien isst man zu anderen Zeiten: Das Mittagessen findet kaum vor 14 Uhr statt. Zum Abendessen gehen Spanier in der Regel nicht vor 21 Uhr, im Sommer kann es auch noch gegen 23 Uhr sein. Die Zeiten in den Hotels – oft schon um 18.30 Uhr – sind ein reines Zugeständnis an die Touristen. Restaurants haben in der Regel außer an den Ruhetagen von 13 bis 15.30 und von 19 bis 23 Uhr geöffnet.

Mallorquiner gehen nach einem mehr oder weniger festen Ritual aus. Sie treffen sich zu einem Aperitif, meist in einem Pub oder einem Café, und gehen danach erst ins Restaurant. Dort warten sie, bis der Kellner einen Tisch empfiehlt. Das Abendessen besteht normalerweise aus mehreren Gängen: Vorspeise, Hauptgericht, Dessert sind das Mindeste. Zu besonderen Gelegenheiten gibt es nach dem Dessert und dem obligaten Kaffee noch ein Glas Sekt, oft auch einen Brandy oder einen Verdauungsschnaps, auf Mallorca chupito genannt. Für einen Drink nach dem Essen geht man aber in eine Bar oder gleich in die Disco.
 

Einen traumhaften Urlaub wünschen

Jochen Stierle und Lisa Michelle Blackwood