|
Anrede Ein Unterschied zwischen Spanien und Deutschland
wird erst bei einigen Sprachkenntnissen deutlich: Man duzt sich
hierzulande. Nicht nur die Familie oder Freunde, sondern auch
Menschen, die man gerade erst kennengelernt hat. Manche älteren
Spanier, vor allem, wenn sie aus dem Umfeld ihres Dorfes nur selten
herausgekommen sind, benutzen das förmliche »Sie« noch dann, wenn
sie die früher geltenden Standesunterschiede deutlich machen wollen.
Doch ansonsten gilt »Hola, como estás« - »wie geht es Dir?« Die
einst gebräuchliche Anrede Señorita/Señora oder Señor ist besonders
bei den jungen Leuten fast völlig aus der Mode gekommen. Eine
Ausnahme allerdings gibt es: Eine sehr alt gewordene, unverheiratete
Spanierin wird es möglicherweise schätzen, wenn sie Señorita
(Fräulein) genannt wird. Das gilt als Ehrenbezeichnung. Ausländer
allerdings sollten mit solchen Feinheiten sehr vorsichtig umgehen.
Siesta
Zwar gilt die oft dreistündige Mittagspause als ausgesprochen
gesund, aber für Verbraucher und Arbeitnehmer ist sie eher lästig.
Fast überall sind die Läden zwischen 13.30 und 17 Uhr geschlossen.
Nur die großen Supermärkte und Warenhäuser sind geöffnet.
Sonn- und Feiertage
Der Sonntag ist Ausflugstag. Die Mallorquiner besuchen Freunde und
Bekannte, um dann gemeinsam zu essen oder fahren einfach ins Grüne,
um irgendwann einzukehren. Sonntags sind die Restaurants ab
spätestens 14 Uhr brechend voll, wobei die Mallorquiner beim
Sonntagsausflug meist urige Kneipen dem feinen Restaurant vorziehen.
Es geht ausgesprochen lautstark zu, wenn ganze Großfamilien in die
Kneipe einziehen. Kein Land in Europa hat so viele Feiertage wie
Spanien, und Spanier sind die Meister der puento (Brücke). Unter
hacer puente versteht man, mehrere Feiertage so geschickt
miteinander oder mit einem Wochenende zu verbinden, daß ein
Miniurlaub dabei herauskommt. Manchmal lohnt sich bereits eine
Reise. Die Angebote in den Reisebüros sind dann überaus verlockend.
Wer dringende Geschäfte hat, muß eben warten.
Trinkgeld
In Spanien gilt das in Deutschland gängige »stimmt so« nicht. Man
läßt sich zunächst auf Heller und Pfennig herausgeben und legt
danach das Trinkgeld auf den Rechnungsteller, in der Regel 5-15% des
Rechnungsbetrages.
Warten
Das sprichwörtliche mañana (morgen) gilt auf Mallorca zwar weitaus
weniger als auf dem spanischen Festland – Mallorquiner und ihre
›Brüder‹ vom Festland, die Katalanen, gelten als die ›Preußen
Spaniens‹ und als besonders fleißig –, was aber nicht heißt, dass
sie immer zur Stelle sind, wenn man sie braucht. Denn
Geschäftsgespräche finden häufig in den Bars statt, oder man geht
vom Büro aus auf einen Kaffee in die Bar nebenan. Außerdem schätzen
die Spanier mehrere Mahlzeiten am Tag – all das hat Auswirkungen auf
den Arbeitsalltag: Für ein einziges Telefongespräch mit einem
Geschäftspartner sind oft mehrere Anläufe nötig.
Sprache
Mallorca ist eine zweisprachige Insel: Sowohl Castellano (was
Ausländer als Spanisch bezeichnen) als auch Mallorquín (ein Dialekt
des Katalanischen) sind offizielle Amtssprachen in der
Öffentlichkeit, vor Gericht und in Schulen. Dennoch kommt jeder
Urlauber mit ein paar Worten Spanisch gut zurecht.
Mandelblüte auf Mallorca
Die Mallorquiner lieben die Mandelblüte, die manchmal schon Ende
Dezember, spätestens aber Ende Januar beginnt und etwa sechs Wochen
dauert. Sieben Millionen Mandelbäume (man hat sie wirklich gezählt!)
prangen in allen Farbschattierungen zwischen Weiß, Gelb und zartem
Rosa. Mallorca wird zum Blütentraum.
Souvenirs
Einige mallorcatypische Produkte tragen das Qualitätssiegel
›Producte Balear‹. Mallorca-Produkte sind z. B. Kapern aus Llubì
(die besten stammen von der Firma Rossellò), die Paprikawürste
Sobrassada und Llonganiza sowie die Blutwürste Butifarra oder
Butifarrón, die es beide auch in Dosen zu kaufen gibt.
Wirklich schöne Mitbringsel sind auch die Töpfereiwaren, die in
Pórtol und Sa Cabaneta noch auf traditionelle Weise hergestellt
werden. Anfang März findet eine eigene Töpfereimesse in Marratxì
statt, die ›Fira de Fang‹. Ansonsten aber findet man die ollas und
greixoneiras (flache und bauchige, feuerfeste Töpfe) sowie Geschirr
und Schüsseln auf den Wochenmärkten und in vielen Geschäften.
In Palma gibt es einige sehr schöne Läden für Stickereien. Schuhe,
vor allem aus heimischer Produktion, z. B. von Lotusse oder Camper,
sind günstiger als in Deutschland. Im Freitzeitzentrum ›Festival
Parc‹ bei Marratxí gibt es günstige Outlet-Läden für Schuhe und
Lederwaren.
|