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alt here Der Mythos Ballermann 6

 

 

Anrede

Ein Unterschied zwischen Spanien und Deutschland wird erst bei einigen Sprachkenntnissen deutlich: Man duzt sich hierzulande. Nicht nur die Familie oder Freunde, sondern auch Menschen, die man gerade erst kennengelernt hat. Manche älteren Spanier, vor allem, wenn sie aus dem Umfeld ihres Dorfes nur selten herausgekommen sind, benutzen das förmliche »Sie« noch dann, wenn sie die früher geltenden Standesunterschiede deutlich machen wollen. Doch ansonsten gilt »Hola, como estás« - »wie geht es Dir?« Die einst gebräuchliche Anrede Señorita/Señora oder Señor ist besonders bei den jungen Leuten fast völlig aus der Mode gekommen. Eine Ausnahme allerdings gibt es: Eine sehr alt gewordene, unverheiratete Spanierin wird es möglicherweise schätzen, wenn sie Señorita (Fräulein) genannt wird. Das gilt als Ehrenbezeichnung. Ausländer allerdings sollten mit solchen Feinheiten sehr vorsichtig umgehen.

Siesta

Zwar gilt die oft dreistündige Mittagspause als ausgesprochen gesund, aber für Verbraucher und Arbeitnehmer ist sie eher lästig. Fast überall sind die Läden zwischen 13.30 und 17 Uhr geschlossen. Nur die großen Supermärkte und Warenhäuser sind geöffnet.


Sonn- und Feiertage

Der Sonntag ist Ausflugstag. Die Mallorquiner besuchen Freunde und Bekannte, um dann gemeinsam zu essen oder fahren einfach ins Grüne, um irgendwann einzukehren. Sonntags sind die Restaurants ab spätestens 14 Uhr brechend voll, wobei die Mallorquiner beim Sonntagsausflug meist urige Kneipen dem feinen Restaurant vorziehen. Es geht ausgesprochen lautstark zu, wenn ganze Großfamilien in die Kneipe einziehen. Kein Land in Europa hat so viele Feiertage wie Spanien, und Spanier sind die Meister der puento (Brücke). Unter hacer puente versteht man, mehrere Feiertage so geschickt miteinander oder mit einem Wochenende zu verbinden, daß ein Miniurlaub dabei herauskommt. Manchmal lohnt sich bereits eine Reise. Die Angebote in den Reisebüros sind dann überaus verlockend. Wer dringende Geschäfte hat, muß eben warten.


Trinkgeld

In Spanien gilt das in Deutschland gängige »stimmt so« nicht. Man läßt sich zunächst auf Heller und Pfennig herausgeben und legt danach das Trinkgeld auf den Rechnungsteller, in der Regel 5-15% des Rechnungsbetrages.

Warten

Das sprichwörtliche mañana (morgen) gilt auf Mallorca zwar weitaus weniger als auf dem spanischen Festland – Mallorquiner und ihre ›Brüder‹ vom Festland, die Katalanen, gelten als die ›Preußen Spaniens‹ und als besonders fleißig –, was aber nicht heißt, dass sie immer zur Stelle sind, wenn man sie braucht. Denn Geschäftsgespräche finden häufig in den Bars statt, oder man geht vom Büro aus auf einen Kaffee in die Bar nebenan. Außerdem schätzen die Spanier mehrere Mahlzeiten am Tag – all das hat Auswirkungen auf den Arbeitsalltag: Für ein einziges Telefongespräch mit einem Geschäftspartner sind oft mehrere Anläufe nötig.


Sprache

Mallorca ist eine zweisprachige Insel: Sowohl Castellano (was Ausländer als Spanisch bezeichnen) als auch Mallorquín (ein Dialekt des Katalanischen) sind offizielle Amtssprachen in der Öffentlichkeit, vor Gericht und in Schulen. Dennoch kommt jeder Urlauber mit ein paar Worten Spanisch gut zurecht.

Mandelblüte auf Mallorca

Die Mallorquiner lieben die Mandelblüte, die manchmal schon Ende Dezember, spätestens aber Ende Januar beginnt und etwa sechs Wochen dauert. Sieben Millionen Mandelbäume (man hat sie wirklich gezählt!) prangen in allen Farbschattierungen zwischen Weiß, Gelb und zartem Rosa. Mallorca wird zum Blütentraum.

Souvenirs

Einige mallorcatypische Produkte tragen das Qualitätssiegel ›Producte Balear‹. Mallorca-Produkte sind z. B. Kapern aus Llubì (die besten stammen von der Firma Rossellò), die Paprikawürste Sobrassada und Llonganiza sowie die Blutwürste Butifarra oder Butifarrón, die es beide auch in Dosen zu kaufen gibt.

Wirklich schöne Mitbringsel sind auch die Töpfereiwaren, die in Pórtol und Sa Cabaneta noch auf traditionelle Weise hergestellt werden. Anfang März findet eine eigene Töpfereimesse in Marratxì statt, die ›Fira de Fang‹. Ansonsten aber findet man die ollas und greixoneiras (flache und bauchige, feuerfeste Töpfe) sowie Geschirr und Schüsseln auf den Wochenmärkten und in vielen Geschäften.

In Palma gibt es einige sehr schöne Läden für Stickereien. Schuhe, vor allem aus heimischer Produktion, z. B. von Lotusse oder Camper, sind günstiger als in Deutschland. Im Freitzeitzentrum ›Festival Parc‹ bei Marratxí gibt es günstige Outlet-Läden für Schuhe und Lederwaren.




 

Einen traumhaften Urlaub wünschen

Jochen Stierle und Lisa Michelle Blackwood